Auszug aus den Tischprotokollen

Worüber wird an Deinem Tisch und an den Nachbartischen gesprochen?

Hier findest Du Auszüge aus den eingegangenen Tisch-Protokollen zu den aktuellen Tisch-Gesprächen. Die Homepage-Redatkion bittet um Verständnis, dass nur Tischgespräche reflektiert werden, die in den letzten 2 Wochen stattgefunden haben. Vor diesem Hintergrund geht die Bitte an alle Sekretäre, möglichst schnell die Protokolle zu verfassen und zu übermitteln.

 

Bitte beachten: Für den Inhalt der Tischgespräche und der veröffentlichten Vorträge ist ausschließlich der jeweilige Tisch verantwortlich, der die Protokolle für OT und dessen Homepage zur Verfügung gestellt hat, der Inhalt der Tischgespräche und der Inhalt der veröffentlichten Vorträge stellt nicht automatisch auch die offizielle Meinung von OTD dar.

 

 

OT 94 Gießen am 17.02.2012 „Schach dem Krebs“ – Was kann ich vorbeugend tun:

Man unterscheidet:

1. Primär Prävention

2. Sekundär Prävention

3. Nachsorge – Vorsorge

zu 1. Hier geht es um die Lebensweise: Alkohol, Rauchen, falsche Ernährung, Übergewicht

und wenig Bewegung fördern die Krebsbildung.

zu 2. Dies beinhaltet die Krebsvorsorge: Durch Voruntersuchungen und dadurch Früher-

kennung des Krebs kann die Gefahr bei Brust, Prostata, Gebärmutterhals, Dickdarm und

Haut wesentlich gesenkt werden.

zu 3. Nachsorgung und Tumorbeobachtung ist wichtig, um ein neues Aufbrechen der Krebs

rechtzeitig zu erkennen.

Der Präsident dankt Martin für seinen interessantern Vortrag.

 

 

OT 129 Schönbuch am 14.02.2012 Manfred Luz – Maler aus Leidenschaft

Als heute über 80-jähriger blickt Manfred Luz auf 60 Jahre Malerei zurück, die ihn zu keiner Zeit losgelassen hat – selbst dann nicht, wenn wirtschaftliche Gründe ihn zwangen, die le-bensnotwendigen Einkünfte für sich und die Familie anderweitig zu sichern.

Seit jeher gilt seine Passion dem Menschen und dessen Einbindung in die Natur. In den frü-hen Studienjahren geprägt von der Malerei Cézannes durchläuft Manfred Luz im Laufe seines langen Schaffens mehrere Phasen, die über Kubismus und Expressionismus zu einer in der

Tiefe sakralen und schließlich befreiten, kraftvollen Malweise führen, deren Farbigkeit gerade in den altersweisen Jahren das Hohelied auf die Schönheit und Geheimnisse des Lebens an-stimmt.

Mit seinem in Eigenregie im Jahr 2010 errichteten Kunstmuseum, nach Kräften unterstützt von seiner Ehefrau Christina Schmidt-Rüdt, erfüllt sich der Künstler den lang gehegten Traum, seinen Bildern eine bleibende Heimat zu schenken. Heimat, genau dort, wo er Zeit seines Lebens wirkte, gleich neben dem Atelier, dem selbst gegründeten Restaurant "Im Gärt-le", dem Wohnsitz – umgeben von liebgewonnener Natur, alten Baumbeständen und den Hängen des Schönbuchs. Wo Manfred Luz verwurzelt ist, sind es nun auch seine Bilder: prä-sentiert in einem wirkungsvollen Rahmen und für jedermann zu entdecken, der sich für das Lebenswerk eines unermüdlich Schaffenden interessiert, der sich selbst stets treu geblieben ist.

Das Gebäude alleine ist sehr schön und das anschließende Essen im Restau-rant war sehr gut.

 

 

 

OT 30 Stade am 14.02.2012 Veränderung im europäischen Zahlungsverkehr.

Es soll ab 2014 im gesamten €-Raum bei Überweisungen nur noch eine „Bankleitzahlkontonummer“ geben - auch im inländischen Zahlungsverkehr -.

Diese Zahl setzt sich aus der Konto-Nr., der Bankleitzahl und einer Länderkennung zusammen. Heute bei uns schon unter IBAN Nr. bekannt. Die allgemeine Aufregung über eine 18-stellige Konto-Nr. sollte sich legen, da wir die ja bei heutigen Zahlungsverkehr in „Ausland“ auch schon haben.

Neu für uns war, dass schon heute (bis auf wenige Ausnahmen wie die VOBA STD-CUX) die Banken bei Überweisungen nicht mehr die Konsistenz zwischen Kontoinhaber und Konto-Nr. des Empfängers überprüfen. Der Grund dafür ist wohl die Nichthaftung bei falsch ausgefüllten Überweisungen.

Also -außer bei unserer Volksbank – aufgepasst nur die Konto-Nr. gilt und wenn die falsch ist kann das Geld futsch sein.

 

OT 115 Dortmund am 08.02.2012 Wirkungsweise des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens

Bevor es zum freien Gedankenaustausch überging, hörten wir einen ausgezeichneten Vortrag der Reit- und Voltigierpädagogin Rita Hölscher-Regener. Durch das Einflechten vieler Beispiele aus ihrer täglichen Praxis wurde die Wirkungsweise des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens für uns alle sehr anschaulich.

 

Die heilende Wirkung des Pferdes auf die menschliche Körper- und Gemütsverfassung wurde zwar schon von Hippokrates bekannt, fand aber erst fast 2.500 Jahre später Eingang in die ärztliche Praxis. Die wesentlichen Eigenschaften von Pferden wie z. B. komplexes Denk- und Merkvermögen, eindeutige, unmittelbare und ehrliche Reaktion als Spiegelung der menschlichen Verhaltensweisen, offenes, freundliches Auftreten gegenüber allen Menschen etc. können während einer Therapie genutzt werden.

Im Vordergrund jeder individuellen Förderung mit dem Medium Pferd steht die günstige Beeinflussung von Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Sprache sowie sozial-emotionalem Befinden und Verhalten; die reitsportliche Ausbildung ist zu vernachlässigen. Zielgruppen einer Therapie sind überwiegend entwicklungsverzögerte Kinder, lern- und geistig behinderte Menschen, verhaltensauffällige sowie psychisch kranke Menschen.

Entsprechend der individuellen Diagnose wird die Zielrichtung der Therapie festgelegt. Das kann sein eine Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Schnelligkeit oder koordinativer Fähigkeiten aber auch Erhöhung der Konzentrationsintensität und –dauer. Günstig beeinflussen kann man u.a. die Kooperationsbereitschaft, den Umgang mit Aggressionen, die Anhebung der Toleranzschwelle, den Aufbau von Vertrauen, den Abbau von Ängsten oder die Erhöhung des Selbstwertgefühls.

FAZIT: Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren ist heute und auch zukünftig eine we-sentliche Ergänzung anderer Vorsorgemaßnahmen. Dank des großartigen Engagements und der inneren Einstellung von Rita Hölscher-Regener ist es auch ein Gewinn für ihre kleine und große Klientel!!!

 

 

 

 

OT 40 Eckernförde am 07.02.2012 Wandel des Arbeitsmarkts

Olaf berichtet über die zunehmende, nicht positive Veränderung im Bereich des Arbeitsmarkts. Es ist im zunehmenden Maße festzustellen, dass Fachkräfte und Auszubildende schwer zu rekrutieren sind. Anhand eines aktuellen Zeitungsartikels schilderte Olaf die derzeitige Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Im Anschluss des Vortrages entstand eine rege Diskussion, in welchen die Teilnehmer ihre Erfahrungen schilderten. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Arbeitsmarktsituation als „marode“ bezeichnet werden kann und ein dringender Handlungsbedarf sowohl in den jeweiligen Firmen, als auch in den Schulen besteht (z.B. gezielte Mitarbeiterbindung durch leistungsgerechte Bezahlung). Aufgrund der Tatsache, dass jedes Tischmitglied ähnliche Erfahrung gesammelt hat, besteht der vorgetragene Missstand des Fachkräftemangels branchenübergreifend.

 

 

 

 

OT 141 Kempten am 07.02.2012 Feinstaub-Belastung

Als Mitarbeiter eines weltweit vertretenen mittelständischen Unternehmens ist er seit 5 Jahren in das Projekt einer neuen Form der Abgasuntersuchung eingebunden. Die bisherige Form der Messung der Feinstaubkonzentration, bzw. des Ausstoßes von Kraftfahrzeugen ist technisch überholt. Die Technik des Opazimeters stammt aus den 1960er Jahren und erfaßt nicht die extrem feinen Partikel, die auf Grund ihrer Passierfähigkeit der Lungenalveolen gefährlich sind. Es gibt Hinweise, daß durch die Verteilung im Körper Veränderungen z.H. in Herz und auch Gehirn hervorgerufen werden können und es werden Zahlen von 288.000 p.a. Toten EU weit diskutiert:

Auch moderne sogenannte Onboard Systeme sind nicht ausreichend sicher für eine Beurteilung der Emissionen eines KFZ.

Dieser Feinstaubausstoß kommt nicht nur von Dieselkraftwagen, sondern entsteht auch beim Betrieb von Motoren mit Benzindirekteinspritzung, bei Verbrennungsprozessen Industrie und Haushalte, Bremsstäuben, Reifenabrieb usw.

Die Politik erkennt diese Problematik immer mehr und dies drückte sich aus in der Errichtung der Umweltzonen in den Städten, die je nach Schadstoffausstoß des KFZ die Einfahrt mit den entsprechenden Plaketten regelt.

Die AU (Abgasuntersuchung innerhalb der Hauptuntersuchung) wird wie schon erwähnt, derzeit mit veralteter Technik durchgeführt. Die neue Geräte, basierend auf Laser Streulicht Messung sind wesentlich genauer, nur sie können überhaupt die Feinstäube erfassen.

Bestrebungen die Messungen mit dieser Technik durchzuführen werden sowohl von der Automobilindustrie als auch von Automobilclubs kritisch gesehen, da technische Änderungen und mit finanziellen Aufwendungen verbunden sind. Die Vorbehalte sind noch groß und gipfeln z.B. in dem Vorschlag eine Autoclubs den Staubausstoß mittels eines feinen Tuchs visuell zu beurteilen. Diese antiquierte Methode ist vielleicht hilfreich um Staubsauger zu verkaufen, hat aber nichts mit moderner Technik gemeinsam.

 

 

OT 32 Hildesheim am 07.02.2012 „Wohnprojekte“

Eine längere Lebenserwartung, mehr Single-Haushalte und veränderte Familienstrukturen verlangen mehr und mehr neue Impulse für neue Wohnkonzepte: Wohnen ohne Barrieren, generationsübergreifende und gemeinschaftliche Wohnformen, urbanes Wohnen – möglichst im Grünen - mit guten Infrastrukturangeboten und auch das Wohnen im Hinblick auf den Klimaschutz. Keine 5% der Menschen über 60 Jahre leben deutschlandweit in Altenheimen. Es werden also selbstbestimmte, nicht betreute Wohnformen bevorzugt. Mit Freunden und in Freude in einer Gemeinschaft alt zu werden und möglichst die Selbständigkeit bis ins hohe Alter zu bewahren, aber auch Hilfe beim Älterwerden zu erhalten, sind die Maxime. Dies bedeutet aber ein rechtzeitiges Vorplanen und Vorsorge schaffen!

So hat auch in Hildesheim die Zukunft begonnen, indem neue Wohnprojekte mit professioneller Begleitung initiiert und vorangetrieben werden und wurden (Trillkegut, Alter Markt 22, …) Zielgruppen für derartige Projekte sind 50+-Singles sowie Paare, die in zentral gelegenen Wohnungen miteinander leben wollen, aber auch die Möglichkeit haben, ihre eigene Wohnung als „Refugium“ nutzen zu können. Ziel ist es, mit vertrauten Menschen in freiwilliger Nachbarschaft zusammen zu leben. Auf diese Weise soll durch ein soziales Miteinander ein Leben in Einsamkeit vermieden werden. Dazu sind Gemeinschaftsräume und andere Begegnungsstätten innerhalb und außerhalb des Wohnbereichs hilfreich.

Angestrebt wird, mit den künftigen Bewohnern das Bauvorhaben zu planen, damit bedarfsgerechte Wohnungsgrößen und die Ausstattung der Wohnungen (barrierefreie sowie variable Raumgestaltung, …) und des Hauses (Lift, Gemeinschaftsräume, …) mit ihnen abgestimmt werden können. Auch die Finanzierbarkeit dieser Vorhaben muss beachtet werden.

 

OT 117 Hannover am 07.02.2012 Was ist Design?

Design kann als industrielle Formgestaltung beschrieben werden: demzufolge kann es Design dann erst seit der Industrialisierung geben. Und streng genommen: der Designer entwirft, er baut aber nicht selber.

Das erste industriell hergestellte Serienmöbel und ein klassisches Beispiel für Design ist der bekannte aus 6 Einzelteilen bestehende Thonet-Stuhl. Dieser Stuhl wird durch Schrauben (und nicht mehr durch Verleimen) zusammengesetzt. Zudem ist alles weggelassen worden, was keine Funktion hat. Damit konnte die Logistik wesentlich optimiert werden, so z.B. in Form der Transportpakete mit den Einzelteilen für 36 Stühle.

Über viele Jahre hat das Bauhaus Grundlagen für Design definiert, u.a. durch das Ziel, günstige Serien zu produzieren, die erschwinglich sind. Was ist Design aus der Sicht des Bauhauses? Die Antwort könnte lauten: praktisch.

Ein anderes Beispiel für Design ist der wassily-chair von 1925 von Marcel Breuer. Hier wurde als neues Material Stahlrohr verwendet. Ähnlich ist der Stuhl W1 von Marc Stam von 1926 gewesen. Dieser Stuhl besteht aus drei Teilen, und zwar der Endlosschleife, dem Sitz- und dem Rückenteil.

HFG in Ulm hat seinerzeit erklärt, dass gutes Design durch eine schlichte Form mit hohem Gebrauchswert und langer Lebensdauer dargestellt werden kann. Dieser Ansatz kann bei Braun-Geräten gesehen werden, wo es nichts – auch nicht die abgerundeten Ecken - geben soll, was nicht funktional zu begründen ist. Braun hat z.T. auch die technischen Innereien offengelegt, wie z.B. im Schneewittchensarg. Bezeichnend bleibt die Kü-chenmaschine KM3 von 1957 von Braun, an der nichts mehr verändert wurde, da kein entsprechender zusätzlicher Nutzen zu bekommen war.

Praktisch, ästhetisch, symbolisch kann auch eine Antwort auf die Frage sein: was ist De-sign?

Bei Haushaltsmobiliar ist durch die Nutzung von Kunststoffen neues Design möglich ge-wesen. Zu erwähnen ist hier der in einem Arbeitsschritt hergestellte Bofinger-Stuhl oder der Panton-Stuhl (1959/1967). Als Alternative hierzu ist dann später unter dem Motto „Körper formt Möbel“ – oder vielleicht als Protesthaltung - der Sitzsack gekommen, z.B. der „Sacco“.

Irgendwann kam es dann auch zu „form follows emotion“.

Heute wird Design auch mit Herausforderungen bei der digitalen Bedienungsführung auf-gegriffen, so von Apple.

Der Vortrag von Frau Orant hat ein hochinteressantes Thema beleuchtet, wofür alle Marie-Luise und Hannes und natürlich auch Frau Orant sehr dankbar gewesen sind.

 

OT 33 Celle am 02.07.2012 Dedon - wie eine Kunststofffaser die Welt eroberte

Die Präsidentengattin entführt uns in die Welt der Tellerwäscher-Millionäre, Schönen, Kre-ativen und Reichen. Nach verletzungsbedingtem Ende seiner Profikarriere als Torwart beim FC Bayern tüftelte der Selfmade-Optimist Bobby Dekeyser (Jahrgang 1964), inspiriert von der industriellen Waschmittelpaket-Plastikträger-Produktion seiner Mutter, an dem Einsatz von Kunststofffasern für die Herstellung witterungsbeständiger Möbel. Das mündete in den frappierenden Erfolg seines Unternehmens Dedon mit einer Produktpalette, die als "Rattan für Reiche", "Das Wohnzimmer für draußen" oder "Luxury Outdoor Living Experience" betitelt wird.

In der Lüneburger Zentrale des weltweit operierenden Unternehmens ist auch die Faser-produktion und -entwicklung untergebracht, die den Produkten das renommierte "Made in Germany" einbringt. Die Besonderheit der Kunststofffaserproduktion von Dedon, die Jährlich 3fach um den Äquator reichen würde, besteht in der Verwendung für Möbel-Flechtwerk mit höchster Temperatur-, Chlor- und Meerwasserresistenz sowie 100%iger UV-Stabilität. Die Dedon-Flechtmanufaktur befindet sich dagegen wegen der hohen handwerklichen Kompetenz und moderater Lohnkosten der 2.000 bis 3.000 Mitarbeite auf der Philippinen-Insel Cebu. 10 Tage Flechtarbeit erfordert alleine die Verarbeitung von ca. 3,5 km Faser je Exemplar des Verkaufsschlagers "Orbit".

Dedon hat sich für das Jahr 2012 ein Umsatzziel von 50 Mio. € gesteckt und setzt auf be-sonders hohe Wachstumsraten in den USA und Fernost. Abnehmer der edlen Design-Produkte sind zu 1/4 die Hotellerie einschließlich Kreuzfahrtschiffe und zu 3/4 Privatpersonen. Bei letzteren definiert Dedon den Zielgruppen-Kunden in der Weise, dass er älter als 30 Jahre ist, das Jahresnettoeinkommen seines Haushalts mindestens 100.000,- € beträgt und er i.d.R. (mindestens) zwei Wohnimmobilien sein Eigen nennt. Dieser Zielvorstellung versucht die Dedon-Preisgestaltung gerecht zu werden.

Das von der Persönlichkeit des (von Neidern) als Kuschelkapitalisten verschrieenen Dekeyser geprägte Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern eine überaus angenehme, familiäre Atmosphäre inklusive Fitnesstrainer und italienischer Köchin.

Im Marketingbereich der Referentin kämpft man mit der weltweiten Nachahmung sowohl der Möbel- als auch der Marketingprodukte von Dedon. Zu den Marketingmaßnahmen gehören Sponsoring, Packaging, weltweite Anzeigen-Platzierung, Event-Management, Press Kits (CDs mit Bildmaterial und Informationen), Networking und Beziehungs-Management, Verkaufsförderungsartikel für den Handel und Vertrieb, aber z.B. auch eine Fotoshooting-Weltreise, die den hohen Stellenwert der Werbefotografie belegt. Conny zeigt uns Bilder von traumhaften Locations, berichtet aber auch von der aufreibenden Organisation des weltreisenden Trosses.

Herr Dekeyser dreht weiterhin ein großes, kreatives Rad, indem das Unternehmen inzwi-schen ein eigenes Luxushotel (Dedon Island Resort) auf den Philippinen betreibt, und strickt an einem Reiseunternehmen (Dedon Travel) für völlig abgefahrene Destinationen, tüftelt zugleich aber auch an neuen Faser-Materialien.

Statt Blumen erhielt die Referentin vom Präsidenten für ihren fabelhaften Auftakt der dies-jährigen Vortragsserie eine innige Umarmung und einen zärtlichen Kuss. Wir warten ab, ob unserem Präsidenten dies bei den weiteren Referenten - als Sparmaßnahme - zur Ge-wohnheit wird.

 

OT 122 Malente / Eutin am 30.01.2012    Fasten

Ulf setzt sich auch anhand eigener Erfahrungen kritisch mit dem Fasten auseinander. Er geht auf die physiologischen Auswirkungen auf den Organismus (Verlangsamung des Stoffwechsels, Angriff auf Fett-, Glykogen- und Proteinreserven, Minderversorgung des Gehirns etc.) ein und verweist auf mögliche Komplikationen (u. a. Schmerzen durch Abbau schützender Fettkapseln um innere Organe, Stoffwechselentgleisungen, Depressionen). Anschließend entbrennt eine rege Diskussion zum Thema, die letztlich zeigt, dass sich das Fasten weniger naturwissenschaftlich als vielmehr philosophisch begründen lässt.

 

 

 

OT 19 München am 28.01.2012 „FAT LAVA“

Beim Apero bereits Gemurmel in den Tiefen unseres OT – um was geht´s denn heute – Fat Lava ?, was is´n des….? Nur die Persönlichkeit des Vortragenden lässt ein gewisses Vertrauen ins Gelingen des Abends aufkommen….Rafael packt´s an, nicht nur per beamer sondern auch gegenständlich, als er Vasen, Krüge, also allerlei Keramisches auf den Tisch stellt. Zuvorderst: Fat Lava, der Begriff ist entstanden aus einem Fehler des amerikanischen Zolls, der den deutschen Begriff „dicke Vesuv-Struktur“ nicht sonderlich feinfühlig übersetzte. Fat Lava- Keramiken sind nach dem Krieg nur in West-Deutschland entstanden, eigentlich ein Kind der Not, als es galt einfach und rasch, also industriell hergestellt, Gebrauchskaramik zu entwickeln. Entscheidend sind die Glasuren, die wilde, wie geschnitzte Oberflächen in allen erwünschten Farben möglich machen. Ineinander laufende Glasuren, an Flammen oder glühende Lava erinnernd. Schier endlos die Design-Varianten, Blumen, Ethno, Tierformen, selbst Planetendekore (Saturn), Rafael hat recht – wir alle haben Fat Lava -Keramiken daheim, tief im Keller, meiste ererbt von den Großeltern. Hersteller waren praktisch alle Porzellan-/Keramikproduzenten, von denen die meisten nicht mehr existieren (zumeist aus dem Kannebächer Land/Westerwald). Fat Lava ist heute komplett out, es gibt keine Produktion mehr. Zu kaufen ist Fat Lava noch auf Märkten, ganz klar auch bei ebay. Im Internet kann man sich schlau machen unter www-fat-lava.de.

Die folgende Diskussion ergab tiefe Einblicke in Rafaels und Karins Eheleben. Hier trafen gegensätzliche Standpunkte hart aufeinander, Rafael pflegt einen großen Kellerraum voll von wie nannte Karin das noch? Karin dringt eisern auf Abbau….zumindest kauft Rafael nicht weiter, obwohl er auf Märkten schon….Das Angebot der Freunde nun ihrerseits auf Märkten für ihn einzukaufen, schuf echte Feindschaften zu Karin. „Wenn das Zeug wenigstens was Wert wäre…“ Nachfragen ergaben Preisspiegel. Eine hohe feurigrote Bodenvase um die € 25.-, kleineres weniger. Ach ja.

Trotz aller Gegensätze endete der Abend harmonisch, wir alle, lieber Rafael, wissen jetzt endlich, was wir so daheim rumstehen haben. Und schon lange wegwerfen wollten. Dennoch: Aufbewahren, liebe Freunde, ist das Gebot der Stunde, man weiß ja nie, in dreißig, vierzig Jahren vielleicht….Karin verzeih

Glück und Glas – wie bald bricht das………

 

 

 

OT 231 Ludiwigshafen am 27.01.2011 Die Vögele AG 

Dieses Mal trafen wir uns am Freitag, dem 27. Januar zu diesem Exkursions-OT-Treffen.

Erstaunlich pünktlich lief unsere Schar bis 16.45 im Foyer bei der Vögele AG auf. Um 17 Uhr übernahm dann unser Vögele-Führer, Herr Felder, der einige Jahrzehnte bei Vögele gearbeitet hatte und nach seiner Pensionierung Besuchsgruppen betreut. Wir waren die 22. Gruppe und konnten erleben, dass Herr Felder nach wie vor mit großem Enthusiasmus und großer Begei-sterung durch die Firmengeschichte und die diversen Produktionsstationen der Asphaltferti-gungssysteme führt. (Wir verbrachten so mehr als 2,5 Stunden bei Vögele).

Reichhaltige Informationen über die Vögele AG können im Internet unter www.voegele.info ab-gerufen werden. Hier nur ganz wenige Daten und Informationen im Stenogrammstil: 1836 ge-gründet; 175 Jahre in Mannheim; 2009 dann auf 40 ha-Gelände in Rheingönnheim mit Bau-

kosten in Höhe von ca. 200 Mio €; 2003 1000 Asphaltfertigungssysteme produziert – 2011 200 Geräte; 800 Mitarbeiter in Ludwigshafen zuzüglich 100 – 300 Leiharbeiter; 50% Weltanteil; Ge-rätepreise zwischen 200 und 800 t €.

Vögele ist Teil der Wirtgen-Gruppe mit Wirtgen (Frässysteme; Surface Mining; Walzsysteme), Kleemann (Materialbrechsysteme) und eben Vögele.

Nach dem Überblick über Firmendaten, Firmengeschichte und Schilderung der Funktionsweise der Asphaltfertigungssysteme ging es dann von der Komponentenfertigung bis zur Endmontage begleitet von sehr interessanten und kurzweiligen Schilderungen durch Herrn Felder.

 

 

 

OT 61 Husum am 25.01.2012 Besuch des NCC 

Auf Einladung von Peter Becker waren Husum und Südtondern gemeinsam vor Ort, um das Nordsee – Congress – Centrum (NCC) näher kennenzulernen. Dazu wurden eine Führung durch das Haus und ein anschließender Kurzvortrag durch Peter als Geschäftsführer der Messegesellschaft angeboten.

Einige Fakten zum Messezentrum in Stichworten:

• 1 Saal (bis zu 700 Zuschauer) bildet das Herzstück. Hier können mit modernster Bühnentechnik in Ton, Licht und Bühnengestaltung Theaterstücke und Konzerte von Klassik bis Moderne zur Aufführung gebracht werden. Der Blick hinter die Kulissen war eindrucksvoll!

• Die Bühne (…auch in diesem Theater aus den Brettern, die die Welt bedeuten…) ist sehr variabel in Größe und Ausstattung. Ein Orchestergraben macht auch große Orchesteraufführungen möglich.

• 6 Seminarräume ergänzen das Angebot, so dass Veranstaltungen in unterschiedlichstem Rahmen und verschiedenster Größe durchgeführt werden können. Das Messezentrum ist seit einem Jahr in Betrieb und die Buchungen 2011 lagen weit über den eigenen Erwartungen und Schätzungen. Es konnten in 2011 142 Veranstaltungen durchgeführt werden.

• Die Messegesellschaft besteht aus 25 fest angestellten Personen. Die Gesellschaft selbst benötigt, um wirtschaftlich arbeiten zu können, neben den o.a. kleineren Veranstaltungen in erster Linie die großen Husumer Messen (folgende Zahlen aus 2010):

• Nord Gastro / Fachmesse mit 235 Ausstellern und 4.60 Besuchern, welche ausschließlich auf direkte Einladung kommen und eine hohe Qualität der Gespräche und Abschlüsse garantieren. Die Messe wird deshalöb in Fachkreisen sehr geschätzt.

• Die „new energy“ / öffentliche Messe, durchgeführt seit 2002 jeweils im März. 250 Aussteller und 18.000 Besucher/innen kamen in 2010.

• Kernstück ist natürlich die „wind energy“ – die Welt - Leitmesse für Windenergie. Sie ist erstmals 1989 veranstaltet worden und empfing 2010 35.000 Besucher und 983 Aussteller auf 46.000 qm Ausstellungsfläche. Hierzu werden neben dem NCC und der Messehalle etliche Leichtbauhallen aufgestellt. Somit ist eine hohe Professionalität gegeben, ohne dabei den besonderen „Husumer Charme“, der viele Gäste aus aller Welt anlockt, in den Hintergrund zu drängen.

In einem interessanten Kurzvortrag erläuterte Peter den derzeitigen Stand der Gespräche und der Konkurrenz zwischen den Messestandorten in Husum und Hamburg. Ohne dabei ins Detail gehen zu wollen, wird an dieser Stelle ein großes Einvernehmen aller Anwesenden festgestellt, dass es Anliegen alle Nordfriesen sein muß, für den Messestandort Husum und „seine“ HusumWind einzutreten. Für die Region ein absolutes Highlight!!!

 

 

OT 139 Überlingen - Stockach am 24.01.2012 Nutzung von Sozialen Netzwerken

Starker Vortrag über die Nutzung von Sozialen Netzwerken: Jens Knolle von RT 139 zeigte uns an Hand eindrucksvoller Präsentationen Fluch und Segen von facebook, google+, Xing & Co., nahm aber gleichzeitig auch die Scheu vor sinnvoller Nutzung derselben. Die Möglichkeiten der persönlichen Präsentation sind offensichtlich nahezu unbegrenzt, allerdings eben auch die Gefahr der kaum noch kontrollierbaren Daten- und Informationsweitergabe. Ob überhaupt, in welchem Medium und in welchem Umfang das für den Einzelnen interessant ist kann eigentlich nur mit fachmännischer Unterstützung herausgefunden werden. Also ausprobieren, kritisch hinterfragen und im Zweifelsfall einen Spezialisten hinzuziehen! (Jens Knolle, Zum Hecht 1, 88662 Überlingen, Tel. 947230 oder jens.knolle@knolle.biz.de).

 

OT 97 Burg Frankenstein am 13.01.2012 Athos – der heilige Berg (2033m)

Uwe, im normalen Leben Zahnarzt in Heppenheim, ist reisebegeistert, wenn es um interessante Flecken in Deutschland und Europa geht. Gehen ist dann auch das Stichwort. Nein, Uwe macht da nichts pauschal, eher schon pedantisch. So werden die Reisen zu Orten mit historischem, kulturellem oder besonderem Hintergrund geplant und ausgeführt. Gleichwohl bleibt genügend Raum für Abenteuer und Improvisation. Die Reise zur Halbinsel im Ost-Ägäischen Meer war dann ursprünglich auch ein Geschenk der Brüder Emig an ihren Vater, und insgesamt eine interessante Abenteuerreise in eine andere Zeit und Welt. Uwe erzählte uns von den Schwierigkeiten der Einreise auf die Halbinsel, die trotz griechischen Staatsgebietes eine Enklave der orthodoxen Kirche ist. Aber durch gute Organisation der Reise von Frankfurt nach Thessaloniki und weiter mit dem Taxi nach Ouranopoli und pünktliches Erscheinen beim Schlagbaum für die Einreise hat alles geklappt. Vorteil: keine Frauen, nur weibliche Katzen und Hühner, sind auf dem Fleckchen Erde erlaubt. Die Kätzinnen jagen besser Mäuse und das Eigelb der Hühnereier wird für die Freskenmalerei benötigt. Ansonsten liegen in der ursprünglichen Naturlandschaft etwa 20 Klöster und Skitien. Davon sind einige Klöster über 1000 Jahre alt, aber durchaus gut erhalten und gepflegt. So ist das größte und älteste Kloster – Megistis Lavras – schon 963 n. C. erbaut worden. Für Zahnärzte leicht zu merken ist auch der Sitz des Mönchparlamentes in Karyes. Ist man erst mal angekommen und nutzt die genehmigten 3 Tage für einen ersten Aufenthalt gut aus, so entstehen beim Übernachten in den Klöstern keine weiteren Kosten (Home-hosting?), lediglich Spenden für kleine selbsthergestellte Mitbringsel leeren die Reisekasse. Das Leben der Mönche ist karg, hat für Besucher aber auch eine bemerkenswert regenerierende Seite und die immer begeisternden Sonnenuntergänge entschädigen für alles

 

 

OT 134 Osnabrück am 12.01.2012 Osnabrück

Pünktlich begann der Vortrag des Leiters des Fachbereiches Umwelt der Stadt Osnabrück, Detlef Gerdts. Wir erfuhren, dass aktuell viel Geld fließt, weil Osnabrück zu den bundesweit 19 Testregionen zählt. Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 auf 95% gedrückt werden ... ich glaube im Verhältnis zum Ausstoß des Jahres 1995, aber hier mag der Unterzeichner sich irren. Jedenfalls ist das so viel , dass die Stadt in ihrem Antrag maximal 50% Einsparung als erreichbar angab und sehr überrascht war, trotzdem den Zuschlag zu bekommen. Seither sind wir Mitglied im Europäischen Klimabündnis und die halbe Welt beneidet uns um unser Flächenkataster.

Jährlich bis zum Jahre 2050 sollen weitere 2,5% aller Gebäude wärmegedämmt werden. Größter Engpass auf dem Weg dahin ist nicht das Geld. Nein, es gibt zuwenig Handwerker. Maik Peschke war deshalb an diesem Abend ausdrücklich entschuldigt. In Osnabrück werden nur neue Baugebiete ausgewiesen, falls schärfste energetische Auflagen eingehalten werden, die Richtung Passivhaus gehen.

Das mit dem Kataster geht auf einen Vorschlag von Frau Prof. Dr. Klärle von der hiesigen Hochschule zurück. Sie hatte die Idee, die Dächer von Osnabrück mithilfe von fliegenden Laserscannern auf ihre Tauglichkeit für Photovoltaikanlagen zu analysieren. Mit 350 Millionen Messpunkten auf 120 qm lässt sich die Biersorte bestimmen, die auf dem Gartentisch steht. Die Auflösung soll demnächst mehr als verdoppelt werden. Es entstand ein 3D-Modell der Stadt, das den Schlagschatten jedes Schornsteins berechnen kann. Man kann es auch für die Planung verwenden und für den Überflutungsschutz.

Unter www.www.osnabrueck.de/sun-area kann sich nun jeder sein Haus suchen und ermitteln, ob es sich für eine Photovoltaikanlage eignet. 20qm sollten mindestens zur Verfügung stehen, für thermische Solaranlagen reichen 5 qm. Denkmalgeschützte Häuser wurden nicht erfasst, es gibt genügend Potential auf den anderen Dächern. Übrigens fallen in Osnabrück jährlich 500.000 to CO2 über Stromverbrauch an. Der schlimmste Sünder ist das Iduna-Hochhaus, da es hier nur Elektroheizungen gibt.

Alle Szenarien zur zukünftigen Energiegewinnung sehen einen steigenden Strombedarf voraus (Elektroauto; Wärmepumpen). In Osnabrück wird mittlerweile fast soviel Energie aus regenerativen Quellen verbraucht wie aus Kernkraftwerken.

Einige Zahlen zur Stromerzeugung aus Photovoltaik:

Aktuell Geplant 2050

Erzeugte Megawattstunden/Jahr 8.620 245.000

Anteil am Stromverbrauch der Privathaushalte 3,9% 111,1%

Anteil am Stromverbrauch gesamt 1,3% 30%

CO2-Einsparung pro Jahr 5.100 to 144.795 to

Zahl installierte Anlagen 800 26.000

 

200 Städte in Deutschland arbeiten mittlerweile mit dem in Osnabrück installierten System. Die Kosten für die Datenerhebung lagen in Hannover als Beispiel bei 100 T€. Mittlerweile übernimmt die RWE die Kosten. Osnabrück berät Städte wie Tokio und New York, neulich auch in Chile. 50 Staaten weltweit arbeiten nach dem Deutschen Einspeisungsgesetz. Zwei komplette Kernkraftwerke werden mittlerweile bundesweit durch Photovoltaikanlagen ersetzt. In Leipzig ist die Deutsche Strombörse angesiedelt. Früher ging dort der Preis mittags hoch, weil viel verbraucht wurde. Mittlerweile geht der Preis runter, weil die Sonne scheint. Es gibt eine Solarbundesliga, die von südlichen Städten beherrscht wird (dort gehen die „guten Lagen“ mittlerweile zur Neige). Osnabrück liegt auf Platz 13, ständig geschlagen lediglich von Münster.

Das alles sollte mal gesagt werden. Wir dürfen ruhig stolz sein auf unsere Stadt. Aber wer ist das schon?

 

 

OT 85 Ortenau vom 12.01.2012 Besuch einer Moschee in Kehl

Wir wurden sehr herzlich von den Herrn Altintas, Arpaci und dem Imam Herrn Yilmaz empfangen.

Die Moschee ist erst teilweise fertig gestellt, da sie privat finanziert wird – aus zahlreichen Spenden und Eigenarbeit von Unternehmen und Gemeindemitgliedern.

Zunächst wurde uns der Waschraum gezeigt. Vor dem Gebet muss sich jeder Muslim Hände, Unterarme, Nacken und Füße waschen und zwar dreimal. Außerdem werden Mund, Nase, Ohren gespült sowie der Oberkopf benetzt.

Männer und Frauen waschen sich in separaten Waschräumen, sowie sie auch im Gebetsraum getrennt beten (die Frauen beten auf der Empore). Dies geschieht aus Gründen der Konzentration, bzw. dass man beim Gebet nicht durch das andere Geschlecht abgelenkt wird und nicht auf dumme Gedanken kommt (!).

Der Gebetsraum in der ersten Etage ist reich geschmückt und mit Wandmalereien versehen.

An den Wänden wurde 1 Sure des Korans (von rechts nach links) aufgeschrieben.

Links von der Gebetsmuschel, in der der Imam vorbetet, befindet sich eine Vortragskanzel, die beim Freitagsgebet sowie an anderen heiligen Tagen benutzt wird.

Manchmal gibt es auch Vorträge von Wissenschaftlern, Ärzten usw. zu verschiedenen Themen, u.a. zur Lebenshaltung (Fasten usw.).

Die Muslime beten immer in Richtung Mekka (in Kehl süd-östl. Richtung).

Sie feiern 2 große Feste: 1. das Ende des Ramadans und 2. das Opferfest ca. 2 Monate nach Ende des Ramadans, an dem des Propheten Abraham gedacht wird.

Bei der Predigt erfolgt der erste Teil auch arabisch, der 2. Teil jeweils in der Landessprache.

Im Gebetsraum stehen die Männer Schulter an Schulter. Der erste Betende stellt sich gegenüber dem Imam auf, die kommenden reihen sich links und rechts von ihm ein. Alle weiteren Reihen bilden sich auf die gleiche Weise.

Der Koran besteht aus 114 Suren und 1666 Versen und wurde schon in die meisten Sprachen übersetzt. Allerdings interpretiert jede Übersetzung natürlich den Originaltext anders.

Der Imam kennt den Gesamttext des Korans auswendig. Teilweise lernen die späteren Imame bereits ab dem 12. Lebensjahr in der Koranschule. Die Söhne von Herrn Yilmaz sind auch schon Hafize (Koranschützer). Diese können, falls die Schriftvorlage mal verloren geht, den gesamten Text dann wieder aufschreiben.

Während des Ramadans werden jeden Tag 20 Seiten aus dem Koran vom Imam vorgebetet (bzw. gelesen, die Gläubigen lesen im Koran gleichzeitig mit).

Beim Gebet kommt auch die Gebetskette zum Einsatz. Diese besteht aus 99 Perlen – jede symbolisiert eine Eigenschaft von Allah. Diese Namen wurden auch auf dem prächtigen Kronleuchter verewigt.

Der Koran wurde auf Hocharabisch geschrieben. Alle Araber müssen auch das Hocharabische lernen (in den arabischen Ländern gibt es viele Dialekte!).

Es gibt derzeit 1,7 Milliarden Muslime. In Deutschland wird in 900 Moscheen gebetet.

Nach der Führung konnten wir noch bei heißem Tee und leckerem Gebäck den Abend ausklingen lassen. Einige Tabler hatten noch Gelegenheit, sich durch weitere Fragen an die drei Herren noch mehr Wissen zum Thema anzueignen.

Insgesamt ein sehr gelungener Abend in einer sehr offenen und gastfreundlichen Atmosphäre.

 

OT 141 Kempten am 10.01.2012 Vortrag rund um die Urologie

Nach einer kurzen Pause übergab Bernd das Wort an Wilfried für seinen Vortrag rund um die Urologie. Anhand von Bildern stellte er uns zuerst sein Fachgebiet aus anatomischer Sicht dar. Einfach gesagt bewegt sich die Urologie zwischen Zwerchfell und Schambein, wobei sich um diesen Körperteil auch weitere medizinische Fachgebiete wie z.B. die Endokrinologie, die Proktologie oder auch die Gynäkolgie kümmern.

Präziser ausgedrückt befasst sich die Urologie mit der Erforschung, Diagnose und Therapie von Fehl- und Steinbildungen, Harntransportstörungen, Tumoren, Verletzungen und Entzündungen von Nieren und ableitenden Harnwegen, sowie mit Anomalien und Erkrankungen des männlichen Genitals.

Nach dieser anatomischen Übersicht ging Wilfried über zu den pathologischen Ver-änderungen von Niere, Blase und Prostata sowie deren Therapiemöglichkeiten. Er erklärte uns die lebenswichtige Funktion der Niere, die Ursachen für Versagen dieses paarig angelegten Organs durch Harnrückstau und Entzündungen und die dann eventuell notwendige Dialyse zur Blutreinigung. Da diese für den Patienten eine sehr große Belastung darstellt, ist die Transplantation einer Spenderniere als Ersatz ein sehr großer Fortschritt. Interessanterweise werden dabei die erkrankten Nieren im Körper belassen und die Spenderniere etwas tiefer im Bauchraum nahe der Blase implantiert. Dies ist auch notwendig, da der Harnleiter als abführendes Organ in die Blase nicht “ künstlich” verlängert werden kann. Bestimmt wird die “Leistungsfähigkeit” der Niere anhand des Kreatininwertes im Blut. Während der Normalwert bei 0,8 – 1,2 mg/100ml Plasma liegt, ist ein gemessener Wert über 4 mg/100 ml eine Indikation für eine Dialyse. Eine funktionierende Spenderniere ist der Dialyse weit überlegen und bringt die Kreatininkonzentration wieder auf den Normalwert.

Ein weiteres wichtiges Organ im urologischen Sytem ist die Blase. Hier gibt es als schwerwiegendsten pathologischen Befund das Blasenkarzinom. Dieses kann je nach Klassifizierung eine vollständige Entfernung der Blase notwendig machen. Eine sehr umfangreiche Operation, da für die Blase gleiches gilt wie für den Harnleiter, es gibt keine künstlichen Ersatz. Aus körpereigenem Gewebe des Dünn- oder Dickdarms wird eine Ersatzblase rekonstruiert.

Weniger dramatisch, aber auch sehr schmerzhaft sind Steinbildungen in Niere oder Blase. Diese werden soweit möglich konservativ, also ohne Operation mit verschiedenen Werkzeugen zerkleinert und entfernt. Sie können auch mit Ultraschall zertrümmert werden oder müssen als letzte Möglichkeit operativ entfernt werden.

Wilfried hatte uns eine kleine Auswahl seiner Werkzeuge mitgebracht und erklärte uns sehr detaillert die Funktionsweise. Entweder ohne oder mit Narkose oder Periduralanästhesie wird über die Harnröhre das entsprechende Instrument in die Blase eingeführt. Es ermöglicht dann z.B. auch eine visuelle Inspektion der Blase, Gewebeentnahmen oder auch kleine Operationen bei gutartigen Veränderungen. Steine können zerkleinert und entfernt werden.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist bei benignen Vergrößerungen der Prostata die Abtragung von Gewebe unter Sicht um den Harnabfluß wieder zu verbessern.

Wie dies geschieht zeigt uns Wilfried in einem kurzen Videoclip. Die Resektion wird entweder mit einem Elektrotom per Drahtschlinge oder moderner mit einem Laser, beides jedoch unter Sichtkontrolle durchgeführt. Der große Vorteil der Lasertherapie ist die wesentlich geringere Blutungsgefahr während der Behandlung.

 

 

 

OT 32 Hildesheim am 03.01.2012 Besuch einer Picasso-Ausstellung im Römer-Pelizaeus-Museum mit anschließendem Essen im Hotel Berghölzchen.

Der erste Tischabend im Neuen Jahr begann bereits am Nachmittag mit einer sehr kompetenten Führung durch die Picasso-Ausstellung im Römer-Pelizaeus-Museum.

Stierkampf, Frieden und Plakate für Freunde sind die drei großen Themen der Sonderausstellung "Picasso - Magie der Grafik". Mehr als 100 druckgrafische Werke (Plakate in lithografischer und Linolschnitt-Technik) des genialen Jahrhundertkünstlers gab es zu bestaunen.

Von Jugend an war Picasso fasziniert vom Stierkampf – er wurde zu seinem Lieblingsthema. So hat er sich dem Stier malerisch in mehreren Versionen vom Gegenständlichen bis zur essentiellen Darstellung in Form von Strichzeichnungen gewidmet. Aber auch die Positionierung von Stier und Pferd in der Arena hatten es ihm angetan – bis hin in die Mythologie des griechischen Minotaurus. So ist auch ein Zyklus mit 26 Radierungen zu sehen, der den gesamten Ablauf eines traditionellen Kampfes darstellt.

Der Frieden und die Friedensbewegungen lagen ihm sehr am Herzen. Die Taube als Friedenssymbol war ihm besonders wichtig. Sie ist vor allem durch Picasso zum weltweiten Symbol für den Frieden und die Friedensbewegung geworden. "Guernica", ein großformatiges Antikriegsbild, das er 1937 gemalt hat, war 1953 auf einem Plakat zur Mailänder Picasso-Ausstellung zu sehen.

Schließlich sind Plakate zu sehen, die Picasso für Freunde gestaltet hat - zum Beispiel 1948 für eine Ausstellung zu Töpferei, Blumen und Parfums im französischen Vallauris. Pablo Picasso lebte von 1948 bis 1955 in der Gemeinde, wo seit dem 16. Jahrhundert Keramik hergestellt wird. Für die Familie Massier hat Picasso die Produktion von künstlerischer Keramik in den 50er-Jahren wesentlich beeinflusst und jährlich zu Ausstellungen die Plakate gestaltet.

Einige Zitate von Pablo Picasso, die in der der Ausstellung zu entdecken sind, haben mich sehr beeindruckt:

o Ich habe nicht alles gesagt, aber ich habe alles gemalt.

o Ich male Dinge, wie ich sie denke, nicht wie ich sie sehe.

o Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.

o Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter zu mir: Wirst du Soldat, so wirst du General werden. Wirst du ein Mönch, so wirst du Papst werden. Ich wollte aber Maler werden, und ich bin Picasso geworden.

Wir danken Frau Thomas-Zach sehr herzlich für ihre sehr feinfühlig dargebrachte und mit großem Detailwissen versehene Führung durch eine großartige Ausstellung!

Anschließend hatten wir no

 

OT303 Ammerland am 20.12.2011 Wie die Nachnamen entstanden

Erstmalig im 9.Jh. n.Chr. Wurden in Venedig Familiennamen vererbt. Dieses wohl vor dem Hintergrund auch Besitzstand und gesellschaftliche Stellung innerfamiliär weiter zu geben.

Somit erhielt erstmal der Adel Familiennamen. Weitere Gründe für die Einführung der Familiennamen war die Zunahme der Bevölkerung und somit die deutliche Schwierigkeit der Identifizierung.

Hierzu ein Beispiel des Schreiberlings: Stocksauer tritt der durchschnittlich gewachsene Meister in eine Taverne um seinen schwächlichen Gesellen zur Arbeit zu bewegen. Mit deutlicher Stimme ruft er aus: Heinricus du Tunichtgut siehe zu, dass du deinen Ar.... zur Arbeit bewegst. Zu der Zeit betrug es sich aber, dass der Name Heinricus weit verbreitet  ward, so auch in der Taverne... Bei der folgenden Gerichtsverhandlung trugen nun meherere Zeugen den Namen Heinricus.

Diese Szene dürfte sich so gegen 1170 in Augsburg zugetragen haben. Durch solche und ähnliche Misslichkeiten kam es nach und nach zu Familiennamen. Diese wurden aus den Vornamen, Berufen, Wohnorten, Topografie und Übernamen hergeleitet. Letztere bezogen sich auf besondere körperliche und charakterliche Eigenheiten des Namensgebers. Dem Beispiel folgend nehmen wir an, dass der Meister hernach den

Familiennamen Erstguckedanndenkendannmundaufmachen hieß! Da sich diese Charaktereigenschaft jedoch vorerst in der Familie fortpflanzte, starb dieser Name dann doch wieder aus.

Übrigens war der Geselle gar nicht in der Taverne, sondern bei der Tochter des Meisters. Er erhielt hernach den Familiennamen Poppen und wanderte nach Nordwestdeutschland aus, wo dieser Name noch heute anzutreffen ist.

Abschließend bekam jeder der Anwesenden eine Ausarbeitung zur Herkunft des eigenen Famieliennamens. Wie man erkennen mag, hat Franz keine Mühen für die individuelle Ausarbeitung gescheut. Nur dumm, dass der eine oder andere die handschriftlich ausgeführten Beipackzettel eindeutig Susanne zuordnen konnte!

 

 

OT 108 Koblenz am 19.12.2011 NSC = New Safe Confinement Chernobyl

Christoph berichtete uns über das Projekt NSC = New Safe Confinement Chernobyl wo er durch seine Arbeit bei Kalzip involviert ist mit der inneren und äußeren Bedachung durch Edelstahlbleche. Bei diesem Projekt handelt es sich um den Bau einer neuen Schutzhülle um das Atomkraftwerk in Tschernobyl. Der heutige Betonschutzmantel entspricht nicht mehr den Anforderungen und man geht davon aus das dieser 2016 durchlässig wird. Das Projekt NSC soll im April 2012 starten und bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Was technisch genau gemacht werden soll kann man in diesem Video – welches Christop uns zeigte, sehen – leider nur in Englisch.

http://www.youtube.com/watch?v=F9URUQvGE9g

Eine eigens gegründete Gesellschaft – Novarka – ist dabei federführend und leitet das Projekt mit diversen Unternehmen. Noch sind nicht alle technische Probleme gelöst bei dieser Größe von Projekt. Da auch die EU mit beteiligt ist muss sichergestellt sein das kein Arbeiter einer erhöhten Bestrahlung ausgesetzt ist. Interessanterweise wird diese hauptsächlich durch die EU, US, Japan finanziert. Die Ukraine beteiligt sich selber nur zu 2% an diesem Projekt.

Da dieses ein sehr spezifisch Thema ist was Christoph uns präsentierte anbei ein Link zu Wikipedia (auch nur in Englisch) mit noch mehr Einzelheiten.

http://en.wikipedia.org/wiki/New_Safe_Confinement

 

 

OT 215 Dortmund am 19.12.2011 SMG

SMG ist eine Betreibergesellschaft von Arenen, Kongresszentren, Sporthallen und Stadien. Sie betreiben u.a. die Königs Pilsener Arena, Oberhausen. SMG wurde 1977 in den USA gegründet und betreibt derzeit mehr als 225 Einrichtungen mit rd. 50.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,5 Mrd. US$. SMG betreibt die Häuser im Komplettservice. Von der Gebäudetechnik bis zum Catering wird alles aus einer Hand geliefert. Werden beispielhaft in

Dortmund die Westfalenhallen oder in Essen die Grugahalle mit mehreren Millionen € Jahr für Jahr gestützt arbeitet SMG subventionsfrei. Besonders in den USA, Portugal und England ist dieses üblich. Derzeit wird versucht dieses Konzept auch in andere europäische Länder zu tragen. Jalil selbst war verantwortlich für den Bau eines Stadions in Wroclaw,Polen. Anhand zweier Videos stellte er zum einen seine Arena Oberhausen nach 10 Jahren Zusammenarbeit mit Königs Pilsener vor, zum anderen die ersten Tage des polnischen Stadions mit V. Klitschko oder George Michael. Die Vorteile, aber auch die Nachteile unsubventionierter Stadien/Arenen/Hallen wurden kräftig diskutiert. Nur bedingt nachvollziehbar ist oftmals die Verweigerung der Städte ähnliche Konzepte wie Oberhausen zuzulassen.

 

 

OT 292 Bremen-Lesmona am 13.12.2011 „Sehen für OT’ler“, „Funktionaloptometrie, Ganzheitliches Sehen“ und „Entstehen einer Brille“

Werner und seine Mitarbeiter hatten sich für den Abend viel Zeit genommen und haben den Anwesenden in drei Gruppen folgende Themen näher gebracht:

Das Sehen für OT’ler wird über die naturgemäße Alterung der eigentlichen elastischen Sehorgane bestimmt. So ist es über die Alterung und den Verlust der Elastizität der Linse zu erklären, dass sich die Sehtüchtigkeit in Richtung „Weitsichtigkeit“ verändert. So muss ab einem Lebensalter von ca. 50 Jahren mit einer Zunahme von ca. +2 Dioptrien gerechnet werden. Bei zuvor kurzsichtigen Patienten könnte dieses dazu führen, dass zuvor in der Weite nicht sichtbare Objekte wieder scharf erscheinen. Normalerweise ist dann allerdings eine Lesebrille für nah vor den Augen befindliche Objekte notwendig. Sämtliche Alters - Veränderungen sind aber mit „Gleitsichtbrillen“ zu regulieren, das Sehen durch diese optisch komplexen Systeme muss allerdings trainiert werden und sollte vor dem 50 ten Lebensjahr begonnen werden, da hier das Lernen noch deutlich leichter fällt. Werner bietet hier für jeden eine individuelle Beratung an.

Auf die Funktionaloptometrie hat sich Werners Kollegin Maren spezialisiert. Mit der auf „ganzheitlichen Sehen“ basierenden Therapie können sogar junge Hochleistungssportler in sogenannten Sehschulen etwas dazu lernen. Einzelheiten werden auf http://de.wikipedia.org/wiki/Funktionaloptometrie erläutert.

Schließlich konnte in der Werkstatt das Entstehen einer Brille mit einer CNC Schleifmaschine und einem Tracer / Zentriergerät mit verfolgt werden. Solche computergestützten Fertigungssysteme, die einen Neuwert von ca. 50- 70.000,- € besitzen, erlaubten es sogar einem der anwesenden OT-ler, obwohl Ihm einiges seines Wissens aus seiner Lehrzeit nur noch indirekt zur Verfügung stand, ein brauchbares Glas herzustellen und in ein Mustergestell einzupassen.

 

 

OT 59 Kiel am 13.12.2011 Vorstellung von Büchern, die Tischmitglieder empfehlen.

Gerhard Keil zu „ Prof. Axt, Dr. Axt - Gademann: Vom Glück der Faulheit“.

Die Autoren, Gesundheitswissenschaftler und Medizinjournalistin, beide Sportler, geben in ihrem Buch Ratschläge, wie man mit seinem Quantum an Lebensenergie für ein angenehmes, gesundes Leben umgeht. Gelassenheit und Faulheit sind angezeigt! Mehr als 8 Stunden Schlaf täglich, nicht vor 07.20 Uhr aufstehen, Pausen bei der Arbeit. Beim Essen genügsam sein, gelegentliches Breakfast- oder Dinner – Cancelling nützen, auch Fasten ist angesagt. Stress, zuviel Sport und Genussmittel sind übel, Sonne mit Temperaturen um 21 Grad optimal.

Unsinnige Anweisungen, z.B. sein Essen auf 5 Mahlzeiten zu verteilen, werden widerlegt.

Wulf Breuer zu „ Joachim Gauck: Winter im Sommer - Frühling im Herbst“.

Der frühere Pastor, Mitbegründer des gewaltlosen Bürgerprotestes in der DDR, später Leiter der Gauck – Behörde berichtet in seiner  Autobiographie detailliert über das Leben im Stasi-Staat: man musste sich - mehr oder weniger - an das aufgezwungene System anpassen. Sein Fazit: Freiheit und Grundrechte sind unverzichtbare Güter.  zu „Zeckau und Zischler: Der Schmetterlingskoffer“.

Arnold Schulze sammelte als Forscher Pflanzen und Schmetterlinge in Südamerika. 1939 wurde im Krieg das Schiff mit seinen Sammlungen auf der Rückreise nach Deutschland versenkt. Nur ein vorausgeschickter Koffer wurde erst jetzt im Übersee-Museum in Berlin entdeckt. Die Autoren haben das Material - wie Notizen, Briefe, Schmetterlinge und  Überbleibsel aus der Kolonialzeit - mit Fotos und Zeichnungen aufbereitet – ein ästhetischer Genuss!

Dieter Rohwer zu „ Gustav Frenssen: Jörn Uhl“.

Frenssen, dithmarscher Pastor, schrieb Bücher in Millionenauflage. Er galt als Kandidat für den Literatur – Nobelpreis; Thomas Mann, Hesse und Rilke bewunderten ihn, im Ausland galt er  als bedeutendster Schriftsteller Deutschlands. Wie im 1901 gedruckten Jörn Uhl leben seine zahlreichen Bücher von Heimatidylle und Gesellschaftskritik. Nachdem er sich nach anfänglicher Unterstützung der Weimarer Republik dem Nationalsozialismus zuwandte, sind seine Werke heute weitgehend vergessen.

 

 

OT 80 / 86 Wertzlar am 12.12.2011 Thema: Der Maghreb im Wandel – Ursachen, Chancen und Risiken der Revolutionen in Nordafrika

Klaus hat einer Wochenendveranstaltung der Friedrich Naumann-Stiftung zu diesem Thema teilgenommen, die ihn begeistert und uns einen interessanten Vortrag beschert hat.

Der Maghreb (= der Westen) besteht aus Tunesien, Algerien und Marokko Der arabische Frühling begann im Dezember 2010 nach einer Selbstverbrennung eines tunesischen Gemüsehändlers. Die nach der Nationalblume zuerst von der westlichen Presse als Jasminrevolution benannte Auflehnung der i.d.R. gut ausgebildeten Jugend ohne große Aussicht auf Beschäftigung nutzte intensiv das Internet sowie facebook und

twitter.

Nach 23 Jahren „Kleptokratie“ - eine wirklich gelungene Wortschöpfung – flüchtete der Staatschef Ben Ali. Für das Volk ohne Demokratieerfahrung waren die Wahlen allerdings eine schwierige Aufgabe. Auch die in Tunesien unter dem Despoten relativ weitgehenden Frauenrechte stehen durch das Erstarken islamistischer Kräfte unter erhöhtem Druck.

In Libyen und Ägypten verliefen / verlaufen die Aufstände sehr blutig, die Ausgänge unterscheiden sich stark. In vielen der betroffenen Länder ist Korruption ein großes Problem.

In Algerien, der 3.-größten Volkswirtschaft Afrikas, wurde der seit 20 Jahren bestehende Ausnahmezustand im Februar aufgehoben. Wenn auch nicht jede islamistische Partei fundamentalistisch oder radikal ist, bringen die Entwicklungen in den arabischen Staaten ein hohes Maß an Ungewissheit.

Dies erklärt zumindest teilweise, warum viele westliche Regierungen lange an den Despoten festhielten. Die oftmals verbotenen islamistischen Parteien sind in den Völkern oft gut verwurzelt, da sie sich sozialen und karitativen Aufgaben gewidmet haben.

Marokko bildet hier eine Ausnahme, da dort die islamischen Parteien besser integriert wurden. nach den Demonstrationen im Februar kündigte der König Reformen an und setzte innerhalb von drei Monaten auch einige um (z.B. Fortschritte bei Gewaltenteilung und Menschenrechten). In den Bereichen Militär, Religion und Rechtsprechung hat er aber weiterhin das Sagen.

Es bleibt abzuwarten, wie stabil die Entwicklung in den einzelnen arabischen Ländern verlaufen wird, da die Völker schnelle Veränderungen wünschen, demokratische Entwicklungen aber Zeit benötigen.

Gegenseitiges Verständnis füreinander ist in unserer vernetzten Welt wichtiger denn je und kann durch persönliche Kontakte geweckt werden.

 


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