IRO II: Erste Dienstreise / Mitten in Afrika [Stefan Wark]

Seit dem AGM Köln bin ich nun im Dienst. Das Präsidium präsentierte mir ein Zuckerl, welches sich zu Beginn der Reise jedoch als bittere Salzmandel entpuppte: „Du solltest das AGM Marokko besuchen!“ Geile Reise, also flott Flug und BnB gebucht. 41 Casablanca Webpage recherchiert; was,wann,wo? Da war wenig. Anfrage beim convenor Kamal. Er: „Komme vorbei, alles ist vorbereitet“. So kann ein Deutscher nicht arbeiten, aber mein Job hat mich Disziplin gelehrt. Und los geht die Reise.

Um 07:00 zum Frankfurter Airport, 09:30 Air France via Paris nach Casablanca, 09:00 Flug annulliert, keine weitere Info.. Um 17:45 dann direkt nach Casablanca, 22:00 am Taxistand Casablanca, besteigen MB 240 Diesel / W123 / Bj.1973 /999.999km / danach Armaturenausausfall. 23:45 Taxifahrer irrt umher, ich reiche ihm mein Handy (3€ roaming/Minute), er spricht mit der Herbergsmutter, es dauert. 00:15 check-in, ich nenne dies mal so. Wir klappen ein Schlafsofa aus, Modell IKEA „slop hard“ selbes Alter wie das Taxi, im Hintergrund rauscht der Atlantik, eine wahre Symphonie nach diesem Tag, die meine Frau Naziye nicht annehmen mag. Und dann dieser Freitag.

Der Tag der Versöhnung mit Casablanca. Welcome bei 41 Casablanca. Restaurant mit Terrasse, Blick über den Atlantik, Lounge Jazz im Hintergrund, Duft von geduldig gegrillten Lammhaxen, freundliche Gesichter und ein schüchternes „bonjour“ des OTD-IRO aus dem Rheingau. Ein äußerst warmes Willkommen folgte, 40 Oldies stellten sich vor, jeder mit mindestens 3 Backenküssen, es dauerte seine Zeit, bis ich meinen ersten Marokko-Rotenprobieren durfte, ein edler Merlot-Syrah vom Fuße des Atlas, dazu orientalisches Salzgebäck, der IRO langt zu, Überdosis, mein Hauptgang konnte nicht mehr als ein „Gruß aus der Küche“ sein. Aber dazu marokkanische Volksmusik, ein perkussiver Ohrenschmaus für einen Hobbymusiker, analog könnten wir bestenfalls die Wildecker Herzbuben anbieten. Dies würde ich jedoch niemanden in Casablanca zumuten.

Der Tag der Regularien: Das AGM startete nach gemütliche Kaffee-Gebäckempfang pünktlich um 10:00. Klar doch „41 Club Marocco“ ist überschaubar, 50 Tabler aus Marrakesch, Rabat, Casablanca waren dort. Die Regularien waren flott abgehakt, keine Verstrickungen in belanglose Regularien, lediglich Fakten. Um 13:00 wurde das neue Präsidium vorgestellt:

Aref Hassani – Präsident

Nacer Amrani – Pastpräsident

Said Moussaria -IRO

Facial Tadlaqui – Sekretär

Danach folgte das banner-exchange mit den damit verbundenen Grußworten. Wir wurden zu Tisch gebeten; unsere französischen Freunde formulierten dezentes Unbehagen; die avisierte Couscous Orgie startete mit 2 Stunden Verspätung, ich hatte noch Frühstücksgebäck im Verdauungstrakt. Am Abend dann der Galaabend, sowas kannte ich noch nicht: Homeparty bei Nacer Amrani, Poolparty, Livemusik, marokkanisches Buffet, Tanz bis zum Morgen. „Da simmer daheim“.

Post-AGM; Tage der Freundschaft: Pp Nacer Amrani offerierte uns sein Zuhause: „Lasst uns morgens Kaffee trinken, abends lecker essen und trinken, seid unsere Gäste, ich zeige euch mein Land!“ Ein Tabler eben! Wir fuhren nach Rabat, besuchten das arabische Viertel in Casablanca und standen in den Wellen am Casablanca-Beach und stellten fest, dass wir nun Freunde sind. Da muss ich gerne nochmal hin.