Lese-Tipp: Verpackung in der Produktion drucken

Vortrag: Verpackung mit Auflage „1“ in der Produktion drucken    

Verpackung-just-in-time-LagerVerpackungen für B- und C-Artikel können vollfarbig direkt vor dem Kartonaufrichter bedruckt werden.

Die Druckaufgaben in den Unternehmen haben sich geändert. Von den klassischen Belegen wie Lieferscheine und Rechnungen, verschiebt sich das Anforderungsprofil des Drucks mehr und mehr zur Produktion.

Die Waren- und Produktkennzeichnung ist als weiterer Schwerpunkt hinzugekommen. War es erst gestern noch der Druck am Beleg-Einleger oder –Aufleger sowie das Schützen der gefalteten Belege, gehen die Forderungen heute zum direkten Just-in-Time-Druck der Verpackung.

Einzel-Verpackungen sollen in Zukunft zeitnah an der Produktionslinie erstellt werden. Kostensenkung im Verpackungs-Management rückt mehr und mehr in den Vordergrund.

Mit 20% des Sortiments machen die Unternehmen 80 % Ihres Umsatzes. Kehrschluß: für die verbliebenen 80% des Sortiments müssen Faltschachteln und Kartons bevorratet werden.

Hinzu kommen Kundenanforderungen an die busch-verpackung1Produzenten, Faltschachteln und Kartons in kleinen Mengen mit dem Privat-Logo des Vertriebs-Unternehmens zu versehen.

Ob in der Pharma-Branche, in der Elektro- oder Spielzeug-Industrie, bei der Herstellung von Bad-Armaturen und zahlreichen anderen Produkten, die Problematik ist überall gleich: jeder Artikel hat seine spezielle, individuelle Verpackung. Das Verpackungslager ist voll, die Logistik der bedruckten Kartonagen ist sehr aufwendig und kostenintensiv.

busch-verpackung2Gibt es Produkt-Änderungen, ändern sich in der Regel auch die Inhalte auf der Verpackung. Die Entsorgung veralteter Verpackung kostet zusätzliches Geld und ist nicht umweltfreundlich. Das muß nicht sein.

Die SA.S.S. Datentechnik AG ist ein bundesweit tätiges Systemhaus für Drucker mit einem Büro in Ostwestfalen (OWL) und kümmert sich primär darum, wie Kunden effektiver und wirtschaftlicher drucken können.

Das Vertriebsbüro Bielefeld erhielt den Auftrag von einem Hersteller und Verpacker der Lebensmittel-Fertigung, eine Lösung zu finden, um die Logistik und den heutigen Verpackungs-Tourismus zwischen Verpackungs-Lager und Produktion zu vermeiden. Außerdem sollte der Bestand an B- und C-Verpackungen drastisch reduziert werden.

busch-verpackung4Der Lebensmittelhersteller wollte mit einem möglichst breiten Sortiment Neukunden gewinnen. Dazu soll die Ware die Privat-Logos der Neukunden enthalten. Parallel sollen in kleinen Chargen Testmengen produziert und verkauft werden. Das Ziel ist, neue Märkte zu erschließen.

Aufgabe und Anforderung war eine Anlage, die in der vorhandenen Produktionskette zu integrieren ist. Die erweiterte Anlage soll Verpackungen in Auflage „1“ erstellen und automatisch an die Befüll- und Verschließ-Anlage übergeben. Damit sollen innerhalb einer Chargen-Abfüllung Umrüstzeiten von Faltkartons „online“ erfolgen. Der Druck erfolgt nur noch auf weißem Karton.

Auflage „1“ bedeutete in diesem Fall, Faltschachteln vollfarbig mit wechselnden Daten wie unterschiedlichen Kunden-Logos und unterschiedlichen Inhaltsstoffen zu bedrucken. Nach dem Druck sind die Rohlinge an den Karton-Aufrichter der Verpackungslinie zu übergeben.

busch-verpackung5Erste Lösungs-Gespräche der SA.S.S. Datentechnik AG fanden in Kirchlinteln mit der Firma emkon. Systemtechnik, Projektmanagement GmbH statt, einem Hersteller von Verpackungs-Anlagen, der sich auf Kleinverpackungen in der Zigaretten-, Pharma- und Lebensmittel-Industrie spezialisiert hat. Der Anlagenbauer definierte das Anforderungsprofil an die Verpackung.

Ein komfortable Lösung ist der Druck mit Endlos-Drucksystemen. Endlosdrucker bieten den Vorteil des geraden Papierwegs und eines gleichmäßigen Papierlaufs. Das Blankomaterial kann in großen Mengen an den Drucker gefahren werden. Außerdem sind die Formatlängen in einzelnen Zollschritten vergrößerbar.

busch-verpackung6Arbeitsunterbrechungen aufgrund von Materialwechsel sind bei diesem Verfahren selten. Um auch hier die Kette zu vervollständigen, kann das Ausstanzen übergroßer Kartonblätter sofort in den Druckprozess integriert werden. Einige Endlos-Drucker bieten hier die Möglichkeit. Mittels SPS-Schnittstelle stehen Drucker und Nachbearbeitungs-Anlage im Dialog.

Um bei kleineren Verpackungen bis zum A3-Format das Ausstanzen zu vermeiden, hat die SA.S.S. Datentechnik AG alternativ auch Vollfarb-Laserdrucker mit einer Flachbett-Technologie im Portfolio, die Bogenware bis 400 g/m² Materialgewicht professionell verarbeiten.

Auch wenn die Drucklösung per Einzelblatt als gute Lösung erscheint, so haben die Zuschnitte mit Auslagen ihre Tücken. Wenn Materialwege und Kartonagen sich nicht in einer Ebene befinden, bleiben die Material-Ausleger gerne an den Ecken und Umlenkungen im System hängen.

busch-verpackung7Die Firma ASS GmbH friedrichs druck + verpackung aus Bielefeld hat hierzu spezielle Kartonzuschnitte mit Materialgewichten von bis zu 350 g/m² zugeschnitten.

Eine Kombination aus großer Material-Zuführung, Flachbett-Technologie im Papierweg sowie Unterdruck-Einzug und geradlinige Wege zur Nachbearbeitungs-Anlage erwiesen sich als Schlüssel zum Erfolg.

Die RICOH Deutschland GmbH hat sich dieser Aufgabenstellung angenommen. Das Ergebnis der Ausdrucke ist beeindruckend. Mit hoher Taktzahl pro Minute entstanden trotz permanentem Wechsel der Druckdaten hochwertige Drucke, denen man nicht ansieht, daß sie in einer Produktionslinie entstanden sind.
Nach dem Druck ist es sinnvoll, die bedruckten Blätter von einem Autocreaser, einem automatischen Rillgerät, weiter verarbeiten zu lassen. In einem Autocreaser werden die Verpackungsblätter mit Nuten versehen.

busch-verpackung8Mit der Übergabe an den Karton-Aufrichter endet der Druckprozess, welcher der Verpackungs-Anlage vorangestellt wird.

Weil für dieses Verfahren für viele Verpackungsgrößen nur noch weiße Ware beschafft wird, fallen keine Kosten mehr für Mindermengen an. Wartezeiten bis zur Lieferung der bedruckten Bögen gehören auch der Vergangenheit an. Mit der Anlage können auch Kleinstmengen individuell produziert werden. Eine runde, umweltfreundliche Lösung mit nachhaltiger Kostenreduktion ist das Ergebnis.

Christian Busch, OT 317 Bielefeld                   Tel.:     +49 5205 950 573

Busch@druckerdoktor.de         WMV-Video sehen

Youtube Video         Verpackungsdruck – Beitrag als PDF