Reanimationsschulung – Vortrag von Norbert Opgen-Rhein vor OT 58 Aachen

Vortrag von Norbert Opgen-Rhein vor OT 58 Aachen

Reanimationsschulung:

Wir haben uns im Luisensaal des Luisenhospitals Aachen getroffen, um an einer von Oberarzt und Anästhesist Markus Sporkert geleiteten Reanimationsschulung teilzunehmen. Markus Sporkert und sein Mega-Code Trainerteam, vermittelten die notwendigen theoretischen und praktischen Grundlagen der kardiopulmonalen Reanimation (CPR) sehr anschaulich und sehr sympathisch.

Markus Sporkert verdeutlichte zu Beginn seines Vortrages, dass Laienreanimation, die Wiederbelebung (Reanimation) durch medizinische nicht ausgebildete Helfer bedeutet.

Die Grundlagen zur Laienreanimation kann man auf 54 Seiten in der Reanimationsleitlinie von 2015 des European Resuscitation Council (ERC)  zur kardiopulmonalen Reanimation nachlesen. Die gesamte Leitlinie hat 1098 Seiten.

Die Kernaussage der Reanimationsleitlinie ist: „Jeder kann und soll reanimieren“!

Er stellte dar, dass in Deutschland jährlich 75.000 Menschen reanimationspflichtig werden. Das sind ca. 50 Reanimationen auf 100.000 Einwohner. Dabei ist mit 75% eine kardiale Ursache, wie Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen, die häufigste Ursache.

Der Notarzt benötigt in der Stadt 3-8 Minuten bis er am Ort des Notfalls eintrifft. Gehirnzellen sterben nach 3-5 Minuten ohne Sauerstoff irreversibel (unumkehrbar) ab.

Deshalb ist eine sofortige Laienreanimation, mittels Herzdruckmassage, für den von einem Herzkreislaufstillstand (Asystolie) oder Kammerflimmern betroffenen Menschen überlebenswichtig!

Besonders zu erwähnen ist zudem, dass 65% aller Notfälle im häuslichen Umfeld auftreten und dass die meisten Angehörigen, aus Angst etwas falsch zu machen, nicht helfen und stattdessen auf das Eintreffen des Notarztes warten.

Markus Sporkert erläuterte im Anschluss den folgenden Algorithmus der Basismaßnahmen der Reanimation (BLS = basic life support).

Keine Reaktion und keine normale Atmung

Notruf 112

30 Thoraxkompressionen

2 Beatmungen

Weiter CPR 30:2

Sobald AED eintrifft, einschalten und den Anweisungen folgen

Das Ziel der Reanimationsmaßnahmen ist, dass sauerstoffhaltiges Blut zum Gehirn gepumpt wird, damit nicht wie bereits erwähnt Gehirnzellen absterben.

Dabei ist es wichtig, dass bei der Herzdruckmassage das Sternum (Brustbein) senkrecht

5 cm (nicht > 6 cm) mit einer Frequenz von 100 bis 120/Minute heruntergedrückt wird. Pausen von > 10 Sekunden sollen dabei vermieden werden!

Um im adäquaten Rhythmus zu bleiben sollte man sich an bekannten Klassikern wie „Staying alive“ oder „Highway to hell“ orientieren. Dazu eine Kommentar von mir: „Die Optimisten sollten „Staying alive“ und die Pessimisten  „Highway to hell“ wählen. 😉 

Markus Sporkert stellte dar, dass nach 30 Thoraxkompressionen 2x beatmet werden soll. Dabei ist zu beachten, dass nur wer trainiert ist beatmen soll. Deshalb wird in der Laienreanimation auf die Beatmung verzichtet.

Es folgte ein lustiges Video zur Laienreanimation (Quelle: „Ein Leben retten.de 100 Pro Reanimation“) mit Kaya Yanar als Protagonisten. Er verdeutlicht, dass man nach dem Motto: „prüfst du“, „rufst du“, „drückst du“ sehr effektiv ein Leben retten kann.

Prüfen bedeutet: Kontrolle Bewusstsein und Atmung, also Person leicht rütteln und Kinn anheben.

Rufen bedeutet: 112 anrufen, warten auf Rückfragen und andere zur Hilfe rufen.

Drücken bedeutet: 30 Thoraxkompressionen in der Mitte des Brustbeins, 100-120 Kompressionen/Minute (siehe oben).

Nach dem Theoriepart folgte eine Demonstration der CPR durch Markus Sporkerts Kolleginnen Carina Lips und Lara Pudich an der Reanimationspuppe Resusci Anne®

Sie demonstrierten, wie der oben angeführte Algorithmus, nach der 2-Helfer-Methode umgesetzt wird.

Nachdem wir uns an den bereitgestellten belegten Brötchen gestärkt hatten, die es nach Aussage von Matthias Vietmeyer, da alle sehr zufrieden waren, in Zukunft anstatt Essen à la carte, immer geben wird, wurde die kardiopulmonale Reanimation an insgesamt 7 Übungspuppen praktisch geübt.

Markus Sporkert und sein Team fungierten während der Übungen, an der alle mit großem Spaß und Motivation teilgenommen haben, als kompetente Ansprechpartner. Notwendige Hilfestellungen, Anleitungen und Demonstrationen von Hilfsmitteln, wie Beatmungsmasken, Ambu-Beatmungsbeutel und AED (= automatisierter externer Defibrillator) erfolgten verständlich und zielgerichtet.