IRO auf Reisen: Appenzell AGM Schweiz [Rolf Scheifele]

Myn Vatter ist en Appenzeller…

Das Schweizer Club41 Old Tablers AGM steht auf dem Terminplan. Es findet dieses Jahr in Appenzell statt. Ich finde das sehr gut, in Appenzell war ich noch nie und es ist schön mal wieder eine neue Gegend kennen zu lernen. Das Wetter soll am Freitag noch wunderschön sein, ansonsten den Rest vom Wochenende nicht gut sondern kalt und mit Niederschlagsreich. Als Beate mich nach Winterreifen frägt… Uups, zu spät die müssen erst bestellt werden und haben Lieferzeit.

Aufbruch am Freitag sehr früh, weil zum einen wollen wir nicht im Stau stehen, und weil so schönes Wetter angesagt ist, haben wir eine kleine Bergwanderung geplant. Bei der Ankunft am geplanten Berggasthof bleibt uns vor Staunen buchstäblich die Spucke weg. Wir stehen vor einem imponierenden ja spektakulären Blick auf den Gasthof Aescher-Wildkirchli. Wir genießen den Anblick, den Ausblick, natürlich das Essen auf der Sonneterasse und wandern voller Eindrücke zurück ins Tal. Abends erfahren wir dann einiges mehr über diesen wundervollen Platz. Durch ein privates Foto eines Appenzeller Tablers aufmerksam geworden hat National Geographic das Bild erworben und auf den Titel gesetzt. Unter anderem auf ein Buch mit dem Titel “Places of a lifetime“ NG nennt den Platz den wahrscheinlich schönsten Platz auf der ganzen Welt. Wie so oft hat diese Auszeichnung auch eine Schattenseite. Erst in diesem Sommer hat der Pächter dessen Familie das Haus seit über 30 Jahren führt den Vertrag gekündigt zu viele Menschen treffen auf durch die Lage sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Welch ein Auftakt für das Wochenende. Da wird es für die Appenzeller Oldies schwierig uns mit ihrer Veranstaltung zu begeistern, Oder? Aber es geht richtig gut los. Wir sind im Dorf Appenzell im Halbkanton Innerrhoden und der Welcome Abend findet in der Aula der Schule statt, hier haben die Round Tabler die Regie übernommen und grillen für alle. Unvergesslich! Am Samstagmorgen dann Eröffnung des AGM mit Begrüßung der Internationalenauf dem Platz unter dem alten Rathaus.  Die Situation von Club 41 Old Tablers Schweiz ist leider nicht sehr gut, nicht an allen Orten an denen es RT gibt existiert auch ein Club 41. Erst seit einigen Jahren hat man sich wieder darauf besonnen konsequent den Kontakt zu den Round Tablern zu pflegen und geht auf nationaler Ebene mit gutem Beispiel voran. Das AGM des einen Clubs ist immer gleichzeitig das HYM des anderen. So entsteht Austausch und man lernt sich besser kennen. Erfreulich zu sehen dass das Präsidium recht verjüngt ist. Und für die nächsten Jahre bereits die Verantwortlichen bekannt und am Start sind. Derzeit stehen drei weitere Clubs auf der Charter Agenda.

Nach dem offiziellen Teil dann für die Gäste ein Dorfrundgang, bei der Gelegenheit lernt man dann einiges über Appenzell, warum gibt es zwei Appenzeller Halbkantone, warum ist der Käse so gut. Appenzell hat keinen Autobahnanschluss und keine fest installierten Blitzer. Ist das nützliches Wisssen? Interessant ist aber dass bis heute die Volksabstimmungen und die Kantonalen Wahlen offen auf dem Landsgemeindeplatz abgehalten werden und die Abstimmung offen per Handzeichen, oder eigentlich mit heben des Degens vorgenommen wird. Da seid nicht allzu langer Zeit auch Frauen Wählen und abstimmen dürfen gilt auch ein Handzeichen. Beim Dorfrundgang wird aber nicht nur politische und kulturelles Wissen vermittelt, sondern wir kümmern uns auch um die medizinische Seite von Appenzell. Hier im Dorf wird nämlich der sehr bekannte Appenzeller Kräuterbitter hergestellt, und der ist kein Schnaps sondern Medizin. Wir besuchen die Brennerei, dort wird nicht nur der Bitter hergestellt, sondern recht viele andere Brände. Wir wollen natürlich wissen was ist im Tank 41. Seht selbst.

Der Ballabend findet in einer ehemaligen Ziegelbrennerei statt. Eine toller Platz zum Feiern mit einem ganz besonderen Flair. Der Abend wird begleitet von einer Appenzeller Musikgruppe die uns begleitet. Als wir den Weg zurück ins Hotel antreten, liegt Schnee auf der Straße. Toll, dass ich beinahe schon Winterreifen montiert habe. Nach dem Farewell Brunch im Meeting Lokal der Appenzeller 41er fällt der Abschied sehr schwer. Es war ein tolles Wochenende und der Landgasthof Sammelplatz ist so gemütlich und was hier zum Brunch aufgefahren wurde ist einem Nobelhotel würdig. Der Gasthof ist auf jeden Fall eine Empfehlung wenn jemand von euch nicht nur die Rösti auf dem Aescher essen will. Was man mal tun sollte.

Euer IRO
Rolf

  1. So geht das Lied weiter:

Myn Vatter ist en Appenzeller…

Trüvi düvi düvido
Het weder Moscht no Wy im Cheller
Trüvi düvido.