Robert Bosch – Vortrag von Edward Karle vor OT 46 Karlsruhe

Vortrag von Edward Karle vor OT 46 Karlsruhe am 04.05.2017:

Jeder kennt das Logo und verbindet es mit diesem Personen- und Firmennamen:

Robert Bosch

Aber nicht jeder hat wie Edward Karle schon 16 Jahre dort gearbeitet und kann deshalb so viel Interessantes über diese von ihrem Gründer in einzigartiger Weise geprägte Firma erzählen. Dabei war dieser Bericht durchaus von etwas Wehmut gekennzeichnet: Denn aus der aktuell notwendig gewordenen Rücksicht, sich ganz auf die eigene familiäre Firmenumgebung zu konzentrieren, hat der Wirtschaftsingenieur Edward seinen (zuletzt Halbtags-)Job bei Bosch vor Kurzem aufgekündigt.

Weniger von Wehmut geprägt war der Blick auf die jetzt 131-jährige, von vielen großen Erfolgen begleitete Firmengeschichte – auch wenn vor Kurzem beschlossen wurde, einen früheren Kernbereich, das Geschäft Starter und Generatoren, wegen nicht ausreichend positiver Zukunftsaussichten zu verkaufen – durchaus nicht ohne massive interne Gegenwehr.

Folgen wir der Chronologie rückwärts, so sehen wir heute eine bedeutende weltumspannende Firma im Elektrobereich. Fast 400.000 Mitarbeiter fertigen vom Kleinwerkzeug über Haushaltsgeräte und alles mögliche Elektrische vor allem auch die ganze Auto-Elektrik, mit eigener Entwicklung an der Front moderner Technik. Aus diesem Bereich stammt auch das Logo: Ein Anker des Magnetzünders, der einst den Otto-Motor erst für den Masseneinsatz im Auto tauglich machte.

Wer meint, so etwas müsse eine AG sein, findet aber eine nachgerade bescheidene GmbH, gehalten zu 92 % von der Robert Bosch Stiftung, die sich von keiner Aktionärsversammlung sagen lassen muss, was sie mit ihren Mitteln macht. Umgekehrt hat dieser Eigner keine Stimmrechte in der eigentlichen Firma, die sich ganz auf die langfristige technische Entwicklung und Produktion stürzen kann.

Bemerkenswert auch, dass seit Robert Bosch selbst erst sechs weitere Vorsitzende der Geschäftsführung die Firma durch die Zeiten gesteuert haben, bekannt ist Hans L. Merkle; aktuell Volkmar Denner.

Dass dies alles so ist und auch weiterhin mit unternehmerischer Kraft und viel Erfindergeist höchst erfolgreich betrieben wird, ist der großen Lebensleistung von Robert Bosch zu verdanken, dem sich die Mitarbeiter heute noch verpflichtet wissen.

Von kleinsten Anfängen an vereinigte er in sich den begeisterten Techniker mit dem durchsetzungsstarken Unternehmer, der sich seiner Aufgabe sehr bewusst stellte, dabei auch immer ernst seine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern wahrnahm und beispielsweise den 8-Stunden-Tag einführte.

Karlsruhe ist stolz, mit dem jüngst erweiterten Zentrallager, das man östlich der A5 bei KA-Nord erkennt, einen bedeutenden Bosch-Standort zu beherbergen. Dass dieses riesige Lager, das im Stundenbereich jeden Wunsch erfüllt, hier ausgebaut wird, hat aber nichts damit zu tun, dass es hier so schön ist und man nur weitermacht wie bisher – vielmehr haben umfangreiche Wirtschaftlichkeitsstudien den europaweit günstigsten Standort eben im näheren Umkreis von Karlsruhe ausgemacht.

Man sieht nur, was man weiß: Dank an Edward, dass er uns einen Blick in diese Firma eröffnet hat.

Wenn er seine Enkelin fleißig und voller Stolz mit ihrem Bosch-Spielzeug-Akkuschrauber werkeln sieht (es gibt schon für kleine Kinder eine ganze „Werkzeug“-Serie, die das Markenbewusstsein frühzeitig fördert), hat jetzt einen ganz neuen Blick auf die spannenden Hintergründe